Wie jeder aus eigener Erfahrung weiß, können wir im „Stress“ keinen klaren Gedanken fassen. Schon gar nicht situationsgerechte Lösungen kreieren.
Daher ist es so wichtig, Maßnahmen zur Entspannung zu fördern: dazu zählt auch das „Lachen“. Lachen befreit und führt uns in emotionale Entspannung.

Aber auch das „Denken“ muss gelernt sein. Es ist wie ein Instrument zu „erüben“, oder eine Sportart zu „trainieren“. Alles ist im Fluss und bedarf einer regelmäßigen Ertüchtigung.

Hirnforschung

Die neurologische Wissenschaft sagt, dass der Mensch täglich 50-70.000 Gedanken (Nachweis MRT, EEG) und unser Nervensystem via Gehirn und Rückenmark 90 Milliarden Nervenzellen, Synapsen hat.
Jede dieser Nervenzellen hat zu mindestens einer Zelle eine Verbindung. Täglich entstehen neue Synapsen, und nicht mehr benötigte werden wieder „abgebaut“.
Diesen Prozess nennt man in der Medizin die „Plastizität des Gehirns“.
Daher wird all das, was wir täglich tun und „üben“ immer besser abrufbar. Wir werden zunehmend besser, es entsteht „Routine“.
Wenn wir uns vor Augen führen, dass pro Nervenzelle ca. 200.000 Synapsen im Leben eines Menschen entstehen, dann ist das eine unglaubliche Größenordnung.

Leben ist ein fließender Prozess. Und so ist auch in der Evolution unser Gehirn über Jahrmillionen entstanden. Mit jedem Entwicklungsschritt in der Evolution haben sich neue Gehirnregionen mit spezifischen Fähigkeiten und Kapazitäten entwickelt.

Ein Beispiel aus der „modernen Welt“ des 20. Jh.

So wie sich in der menschlichen Evolution das Nervensystem ständig weiter entwickelt hat, ist es auch in unserer modernen „Alltags-Evolution“: z.B. in der Entwicklung der EDV, die nicht nur aus unserem Leben weg zu denken ist.

Als mein Bruder Ende der 70er Jahre den ersten Computer bekam, war das für mich damals ein schwer nachvollziehbare „Modeerscheinung“.

Gut erinnern kann ich mich dann an die Zeit des „Commodore 64“. Dieser wurde 1982 erstmals vorgestellt und hatte einen Arbeitsspeicher von 64 Kilobite. Diese „Speicherleistung“ entsprach ungefähr dem Umfang von 55 Seiten Text.

Wie ist es heute, nur geringfügige 40 Jahre später?
Aktuell wachsen unsere Kinder im Zeitalter des pandemiebedingten „Home-Shoolings“ mit Rechnern mit einer Leistung von 8 GB auf, ohne die selbst die normale Schulbildung nicht mehr möglich zu sein scheint. Diese „Arbeitsspeicher“ entsprechen ca. 7 Mill Seiten und sind mit unserem „Kurzzeitgedächtnis“ vergleichbar. Die Festplatte ist quasi das „Langzeitgedächtnis. Da sprechen wir dann in der Gegenwart von Terrabyte (1 TB entspricht ca. 916 Seiten.

Angesichts dieser unglaublichen Entwicklung in nur 40 Jahren stellt sich mir folgende Frage: Dient die EDV dem „menschlichen Wohl“, oder ist der Mensch „Sklave der technischen Evolution“ geworden?

Dort wo es ohne Frage ein „Segen“ der Menschheit ist, mag es wohl inzwischen ein „Fluch“ geworden sein. Wie lehrte uns schon Paracelsus: „Nicht das Gift ist es, die Dosis…“.