Der Almrausch hat nichts mit Alkohol zu tun, wohl aber mit Rausch.
Wer dieser Tage im Hochgebirge wandern geht, ist fasziniert vom bezaubernden Anblick der Alpenrosen in leuchtenden roten Farben. Eine Pflanze, die in Höhen ab 1.500m wächst, sich in einem Klima über 1.500m wohl fühlt, muss eigene Kräfte haben. Die Alpenrosen sind nicht nur wunderschön, sondern werden auch in der biologischen Heilkunde eingesetzt.

Herkunft

Die Alpenrose ist eine Pflanzenart aus der Gattung Rhododendron und gehört zur Familie der Heidekrautgewächse. Diese Pflanze ist bei uns in den Gebirgsregionen sehr beliebt und wird im Volksmund als „Almrausch“, „Almenrausch“, „Almrose“ oder auch „Steinrose“ bezeichnet.
Die Alpenrose kommt in den gesamten Ostalpen vor, schwerpunktmäßig in den nördlichen und südlichen Kalkalpen.
Die Pflanze gedeiht gut in Höhen zwischen 600-2.500m und blüht von Mai-Juli.

Giftigkeit

So schön wie diese Pflanze auch ist, sind die Alpenrosen wegen Ihres Andromedotoxin (Acetylandromedol) auch für den Menschen stark giftig. Symptome sind vermehrter Speichelfluss, Übelkeit, Brechreiz, Bauchschmerzen und Durchfall. Bei höherer Dosierung können auch Herzrhythmusstörungen und Krampfanfälle auftreten.
Als erste Hilfemaßnahmen ist viel Flüssigkeit wichtig und medizinische Aktivkohle (med. Versorgung).


Heilkraft

Oft werden giftige Pflanzen in der Naturheilkunde als Heilmittel verarbeitet und eingesetzt. So ist es auch bei der „Almrose“, dem „Rhododendron“.

In der Volksheilkunde ist seit Jahrhunderten schon die sehr gut entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkung des „Rhododendrons“ bekannt. In unserer Zeit erforschen nach wie vor Naturmediziner die Heilkräfte der „Alpenrose“ und kommen zu positiven Ergebnissen. Auf Grundlage dieser Forschungen finden neue Produkte ihren Platz auf dem Arzneimittelmarkt.

So wird auch an der Jacobs University in Bremen um den Mikrobiologen Prof. Matthias Ullrich an Wirkstoffen dieser wunderbaren Pflanze geforscht.

Schon bei den Römern war die „berauschende Wirkung“ der Alpenrose bekannt.  Vielleicht stammt auch aus dieser Zeit die heimische Bezeichnung des beliebten „Almrausches“?

Eigene Erfahrungen

Während in der Volksheilkunde und auch Homöopathie das „Rhododendron“ schon lange Zeit ihren verdienten Platz hat, so wird auch in der Spagyrik die Alpenrose erfolgreich angewandt. In meiner Praxis ( www.sigurd-berndt.eu ) kommt dieser Pflanzenwirkstoff immer wieder in der Schmerztherapie zum Einsatz. Ich möchte sie nicht mehr missen.

Während ich im Großarl-Tal verweile und diese wunderbare Pflanze in ihrer ganzen Schönheit im Hochgebirge von 1.600 m bewundere, wird mir wieder bewusst, wie wunderschön und hochwirksam der Almrausch in der biologischen Therapie ist.

Achtsamkeit

Auch wenn wir geneigt sind, ein „Sträußlein“ mit nach Hause nehmen zu wollen, so bitte ich folgendes zu bedenken: Wenn der „Almrausch“ einmal gepflückt ist, verwelken die Blüten rasch. Lassen wir diese Blüten lieber dort, wo sie wachsen. So dürfen sich auch andere Naturliebhaber an der Blütenpracht erfreuen.